Cassiopeia: LCHF bei Typ-3c-Diabetes

Redaktioneller Hinweis: Cassiopeia hat diesen Erfahrungsbericht 2016 selbst für LCHF.de geschrieben. Nach einer Operation an der Bauchspeicheldrüse entwickelte sie einen sogenannten Typ-3c-Diabetes. Sie beschreibt hier, wie sich ihre Blutzuckerwerte, ihr Insulinbedarf, ihr Gewicht und ihr Wohlbefinden nach der Umstellung auf LCHF veränderten.

Typ-3c-Diabetes entsteht infolge einer Erkrankung, Schädigung oder teilweisen beziehungsweise vollständigen Entfernung der Bauchspeicheldrüse. Er kann mit einem ausgeprägten Insulinmangel einhergehen, unterscheidet sich aber dennoch vom autoimmun verursachten Typ-1-Diabetes. Je nach Ausmaß der Schädigung können zusätzlich die Glukagonbildung und die Produktion von Verdauungsenzymen beeinträchtigt sein.

Cassiopeias Werte und Erfahrungen sind ihre persönlichen Angaben aus dem Jahr 2016. Sie zeigen ihren individuellen Verlauf und sind keine Anleitung zur eigenständigen Anpassung von Insulin oder anderen Medikamenten.

LCHF bei Typ-3c-Diabetes

In Folge einer Operation an der Bauchspeicheldrüse habe ich seit 2010 einen sogenannten Typ-3c-Diabetes, der zu der Gruppe Pankreopriver Diabetes gehört.

Bei mir führte die Operation dazu, dass mein Körper aufgrund der fehlenden Betazellen kein eigenes Insulin mehr produzierte. In dieser Hinsicht ähnelt mein Typ-3c-Diabetes einem Typ-1-Diabetes, hat jedoch eine andere Ursache. Ich bin also von einem Tag auf den anderen Diabetikerin geworden. In diesen sechs Jahren habe ich ca. 25 kg zugenommen.

Mit der Gewichtszunahme stieg auch mein Insulinbedarf. Zuletzt benötigte ich vor LCHF täglich 50 IE Basal- beziehungsweise Verzögerungsinsulin für meinen Grundbedarf. Hinzu kamen 50 bis 60 IE schnell wirkendes Insulin zur Abdeckung der Mahlzeiten.

Mein Typ-3c-Diabetes vor LCHF

Ständig habe ich mit Unterzuckerungen zu kämpfen gehabt und das hauptsächlich nachts. Ich habe versucht abzunehmen, bin aber bei jedem Versuch gescheitert. Habe ich zu wenig gegessen, bin ich sofort in die Hypo (Anmerkung: Hypoglykämie bzw. Unterzuckerung) gerutscht. Um dem möglichst schnell entgegen zu wirken, habe ich wieder Kohlenhydrate gegessen und bin dadurch leider von den Fressattacken, die einen Unterzuckerung sehr häufig hervorruft, auch nicht verschont geblieben.

Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich täglich drei Hypos hatte und es mir elendig schlecht ging. Ich war mit dem berühmten Latein zu Ende und hatte keine Ahnung, wie ich meine unglaublich schlechte körperliche Verfassung wieder in den Griff bekommen sollte. Auf Empfehlung meines Arztes habe ich eine Reha beantragt, die jedoch von der Rentenversicherung abgelehnt wurde, mit der Begründung, ich hätte zu wenige Kranktage gehabt bzw. hätte mich zu selten offiziell krankschreiben lassen. Unglaublich! Das hatte ich also davon, dass ich mich immer wieder mit allerletzter Kraft zur Arbeit geschleppt hatte – rein deshalb, weil ich furchtbar verantwortungsvoll bin.

Also was tun?

Nachdem mir die Hilfe von außen verwehrt worden war, wurde mir klar, dass ich allein etwas ändern und es aus eigener Kraft schaffen musste. Im ersten Schritt habe ich alle mir zur Verfügung stehenden Bücher zum Thema Diabetes gründlich gewälzt. Würde es mir möglich sein, mit den Bolusgaben zu jonglieren? Wie kann ich meine Basalmenge herunterschrauben?

Ich habe viele gute Bücher, mit wertvollen Informationen. Außerdem bin ich Mitglied in einem Typ 1-Diabetes-Forum, da gibt es einen regen und wertvollen Erfahrungsaustausch. Auch im LCHF-Forum habe ich später kompetente Hilfe erhalten und möchte den Usern Silly Lilly und Rainer ein großes Dankeschön dafür aussprechen. Aber damals habe ich dieses Forum noch nicht gekannt.

Low Carb war mir nicht unbekannt, zumal ich mich bereits vor meiner Erkrankung entsprechend der Low-Carb-Version LOGI ernährt hatte. Von daher war die grundlegende Ausrichtung meiner Ernährung schon einmal klar und ich begann, das Internet zu durchstöbern.

Über einige Ecken und Umwege bin ich auf Annikas Blog gestoßen und habe mir am selben Tag ihr Buch „Entpuppt“ bestellt, welches ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Ihre Worte haben mich nicht einfach nur vom Verständnis her erreicht, nein, sie haben meine Seele berührt. Danach wusste ich, dass ich diesen Weg gehen will. Das tue ich auch nun seit Anfang April 2016 und es geht mir blendend!

Erfolge mit LCHF Cassiopeia (800 × 800 px) Typ-3c-Diabetes

Meine ersten Erfolge mit LCHF

  • Ich trage statt Kleidergröße 48 nun Gr. 46
  • Gewicht verliere ich zwar langsamer als Menschen, die kein Insulin spritzen, aber mir ist es dennoch gelungen, bisher 7,8 kg abzunehmen.
  • Der Mittelwert meines gemessenen Blutzuckers liegt bei 100.
  • Mein HbA1c ist von 7,7 (Stand Februar 2016) auf 6,5 gesunken
  • Ich habe weder Hypos, noch Hypers (Anmerkung: Hyperglykämie bzw. zu hohe Blutzuckerwerte).
  • Meine Menge an Basalinsulin konnte ich von 50 IE/Tag auf 22 IE/Tag reduzieren. Daran möchte ich noch ein bisschen arbeiten.
  • Die Bolusmenge ist von 50-60 IE/Tag auf 2-4 IE/Tag geschrumpft
  • Der Blutdruck liegt bei 130/85, vorher hatte ich 160/100 und höher, und das trotz der Einnahme von 5 verschiedenen Medikamenten für die Regulierung meines Blutdrucks.
  • Ich muss keinen Cholesterinsenker mehr nehmen.
  • Trotz fehlender Gallenblase habe ich keine Probleme mit der Fettmenge
  • Meine zuvor sehr trockene und juckende Haut hat sich ebenfalls deutlich verbessert. Ich habe Kokosöl sowohl in meiner Ernährung als auch äußerlich verwendet.

Heutige Einordnung, eine Ergänzung: Bei Typ-3c-Diabetes kann neben Insulin auch die Bildung von Glukagon und Verdauungsenzymen beeinträchtigt sein. Dadurch können Unterzuckerungen schwerer vorhersehbar sein, und manche Betroffene benötigen Pankreasenzyme zu den Mahlzeiten.

Cassiopeias Vorgehen lässt sich deshalb nicht pauschal auf andere Menschen mit Typ-3c-Diabetes übertragen. Eine kohlenhydratarme Ernährung und jede Änderung der Insulindosis sollten individuell mit einem erfahrenen Behandlungsteam abgestimmt werden.

Insgesamt kann ich sagen, dass mein Wohlbefinden sich gigantisch gebessert hat.

Ich müsste noch mehr Sport machen, da hab ich mich noch nicht so richtig ran getraut, zum Teil wegen meiner Angst vor einer Hypo unter körperlicher Belastung, zum Teil wegen Knieschmerzen. Aber ich laufe einmal die Woche 5 km und habe schon zwei Wanderungen (je 25-26 km) mitgemacht. Ohne Probleme!

Diese Ernährungsform hat mich so sehr überzeugt, dass ich der Meinung bin, MEINEN Weg gefunden zu haben.

Insgesamt kann ich sagen, dass mein Wohlbefinden sich gigantisch gebessert hat.

Ich müsste noch mehr Sport machen, da hab ich mich noch nicht so richtig ran getraut, zum Teil wegen meiner Angst vor einer Hypo unter körperlicher Belastung, zum Teil wegen Knieschmerzen. Aber ich laufe einmal die Woche 5 km und habe schon zwei Wanderungen (je 25-26 km) mitgemacht. Ohne Probleme!

Diese Ernährungsform hat mich so sehr überzeugt, dass ich der Meinung bin, MEINEN Weg gefunden zu haben.

Seitenbild ERfolge mit LCHF

Lasst uns die Erfolge feiern, wie sie fallen – ausgiebig und mit viel Glitter. Wenn dir deine Verbesserung und dein Fortschritt viel bedeutet, dann ist das immer eine Fanfare wert, die nicht laut genug sein kann. Genieß das!

Wichtig: Wenn dir manche Namen etwas merkwürdig vorkommen, dann dürfte es daran liegen, dass in den Texten die Namen verwendet wurden, die diese Menschen auch im Forum verwenden. Da kann man sich nämlich selbst ausdenken, wie man heißen möchte. Da sie gleichzeitig zumindest etwas Privatsphäre behalten möchten, bot sich die Verwendung dieses Kunstnamens für die Erfolgsgeschichten an.

Ich bin jedenfalls mittendrin und voll dabei und darum feier ich diese Erfolge mit LCHF mit größter Begeisterung. Lies dich da mal ein, das ist wirklich atemberaubend:

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