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LCHF bei Diabetes

Bei Diabetes spielt die Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate eine zentrale Rolle. Kohlenhydrate werden im Körper überwiegend zu Glukose abgebaut und lassen den Blutzucker ansteigen. Je mehr Kohlenhydrate eine Mahlzeit enthält, desto stärker muss der Körper beziehungsweise die Diabetesbehandlung darauf reagieren.

Genau hier setzt LCHF an: Zucker und Stärke werden stark reduziert, während natürliche Fette einen größeren Teil der Energie liefern. Dadurch fällt die Blutzuckerbelastung der Mahlzeiten deutlich geringer aus.

Für viele Menschen mit Typ-2-Diabetes ist eine kohlenhydratreduzierte Ernährung deshalb ein besonders nachvollziehbarer Ansatz. Sie kann dabei helfen, Blutzuckerspitzen zu verringern, den Insulinbedarf zu senken, Gewicht abzubauen und Stoffwechselwerte zu verbessern.

LCHF bei Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes ist durch Insulinresistenz geprägt. Der Körper produziert zunächst oft noch Insulin, die Körperzellen reagieren jedoch zunehmend schlechter darauf.

Werden Kohlenhydrate deutlich reduziert, muss weniger Glukose aus dem Blut verarbeitet werden. Dadurch kann der Stoffwechsel entlastet werden.

LCHF kann bei Typ-2-Diabetes unter anderem dazu beitragen,

  • den Blutzucker nach den Mahlzeiten stabiler zu halten,
  • starke Blutzuckerschwankungen zu reduzieren,
  • den Insulinbedarf zu verringern,
  • die Gewichtsabnahme zu erleichtern,
  • und bei manchen Menschen eine Remission zu ermöglichen.

Eine Remission bedeutet, dass die Blutzuckerwerte ohne blutzuckersenkende Medikamente unterhalb der Diabetesgrenze liegen. Sie ist nicht mit einer endgültigen Heilung gleichzusetzen, weil sich der Diabetes erneut zeigen kann.

Medikamente und Insulin müssen angepasst werden

Eine deutliche Reduzierung der Kohlenhydrate kann den Blutzucker schon innerhalb kurzer Zeit verändern. Das ist grundsätzlich erwünscht, kann bei unveränderter Medikation aber zu Unterzuckerungen führen.

Deshalb gilt: Insulin und blutzuckersenkende Medikamente niemals eigenständig reduzieren oder absetzen.

Wer Medikamente einnimmt oder Insulin spritzt, sollte die Umstellung mit dem behandelnden Diabetesteam abstimmen und den Blutzucker besonders zu Beginn häufiger kontrollieren.

Besondere Vorsicht gilt bei SGLT2-Hemmern, weil unter einer sehr kohlenhydratarmen oder ketogenen Ernährung das Risiko einer Ketoazidose steigen kann.

LCHF und Typ-1-Diabetes

Menschen mit Typ-1-Diabetes benötigen lebenslang Insulin. LCHF kann Insulin nicht ersetzen.

Eine Verringerung der Kohlenhydrate kann jedoch auch bei Typ 1 die Berechnung der Mahlzeiten und die Blutzuckerverläufe beeinflussen. Manche Menschen berichten über geringere Schwankungen und einen besser kalkulierbaren Insulinbedarf.

Eine ketogene Ernährung bei Typ-1-Diabetes gehört allerdings in erfahrene medizinische Begleitung. Insulindosen dürfen nicht zu stark reduziert werden, weil ein Insulinmangel eine diabetische Ketoazidose auslösen kann.

Ernährungsketose ist keine Ketoazidose

Bei einer ketogenen Ernährung bildet der Körper Ketonkörper, weil nur sehr wenige Kohlenhydrate zur Verfügung stehen. Diese Ernährungsketose ist ein normaler Stoffwechselzustand.

Eine diabetische Ketoazidose entsteht dagegen durch einen erheblichen Insulinmangel. Dabei steigen Ketonkörper stark an und das Blut übersäuert. Das ist ein medizinischer Notfall.

Besonders Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen deshalb wissen, wann und wie sie Blutzucker und Ketone kontrollieren und wann sie medizinische Hilfe benötigen.

LCHF und andere Diabetesformen

Prädiabetes, LADA, Typ-3c-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes müssen jeweils gesondert betrachtet werden. Sie dürfen nicht einfach wie Typ-2-Diabetes behandelt werden.

Insbesondere in der Schwangerschaft und bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gehört eine starke Kohlenhydratreduktion in ärztliche beziehungsweise diabetologische Begleitung.

Beiträge & Erfahrungen zum Thema Diabetes

Auf LCHF.de findest du Informationen und persönliche Erfahrungsberichte rund um Diabetes und kohlenhydratreduzierte Ernährung.

Persönliche Geschichten können zeigen, welche Veränderungen einzelne Menschen erlebt haben. Sie sind jedoch kein Beleg dafür, dass dieselben Ergebnisse bei allen Menschen eintreten.

Die Texte dienen der Information und ersetzen keine medizinische Diagnose, Behandlung oder individuelle Anpassung von Medikamenten.

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