LCHF steht für Low Carb High Fat – wenig Kohlenhydrate und mehr natürliches Fett.
Heute begegnet einem die Abkürzung in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Mal wird damit eine ketogene Ernährung bezeichnet, mal reicht offenbar schon der Verzicht auf ein bisschen Brot und Zucker, und manchmal klebt „LCHF“ sogar auf hoch verarbeiteten Ersatzprodukten.
Aber wo kommt der Begriff eigentlich her? Und was war ursprünglich damit gemeint? Dafür müssen wir nach Schweden schauen.
Eine der wichtigsten Personen in der frühen schwedischen LCHF-Bewegung war die Allgemeinmedizinerin Annika Dahlqvist.
Nach ihrer eigenen Schilderung begann sie Ende 2004, ihre Kohlenhydrate zu reduzieren. Anfang 2005 erhöhte sie zusätzlich den Fettanteil ihrer Ernährung. Ihre persönlichen Erfahrungen damit überzeugten sie so sehr, dass sie begann, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten.
Daraus entstand zunächst eine E-Mail-Gruppe, später eine geschlossene Yahoo-Gruppe, in der über die Ernährungsweise diskutiert und deren Grundgedanken weiterentwickelt wurden.
Mit dabei waren Menschen wie Lars-Erik Litsfeldt, Sten Sture Skaldeman und Mats Forsenberg, die ebenfalls zu den frühen prägenden Stimmen der schwedischen Low-Carb-Bewegung gehörten.
Nach Annika Dahlqvists eigener Rückschau kam die entscheidende Idee von Mats Forsenberg.
Im Frühsommer 2006 wurde innerhalb der Gruppe wieder einmal darüber diskutiert, wie ihre Ernährungsweise eigentlich heißen sollte. Forsenberg schlug die Bezeichnung LCHF vor. Eine bessere hatte offenbar niemand.
Annika Dahlqvist begann daraufhin ab Mitte Juli 2006, die Abkürzung konsequent in ihrem damaligen Blog zu verwenden. Von dort verbreitete sich der Begriff zunehmend in Schweden und später auch über die Landesgrenzen hinaus.
Das ist ein wichtiger Unterschied:
Annika Dahlqvist hat nicht die kohlenhydratarme Ernährung erfunden. Aber sie und die damalige schwedische Gruppe haben entscheidend dazu beigetragen, LCHF als Begriff und Ernährungsmodell zu prägen und bekannt zu machen.
LCHF war dabei nie einfach nur die mathematische Anweisung: weniger Kohlenhydrate + möglichst viel Fett.
Die ursprüngliche schwedische Idee beruhte auf einigen sehr einfachen Grundgedanken:
Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Zucker, Getreide, Brot, Nudeln, Reis und Kartoffeln werden deutlich reduziert oder weggelassen.
Die verbleibenden Kohlenhydrate stammen hauptsächlich aus Gemüse, Salaten und kleineren Mengen anderer geeigneter Lebensmittel.
Mit dem Wegfall eines großen Teils der Kohlenhydrate bekommt Fett wieder einen selbstverständlichen Platz auf dem Teller.
Gemeint sind natürliche Fettquellen und Lebensmittel in ihrem natürlichen Fettgehalt – beispielsweise Butter, Eier, fetter Fisch oder das Fett von Fleisch.
LCHF bedeutet dabei nicht, möglichst große Fettmengen zusätzlich zu essen.
Zur ursprünglichen LCHF-Idee gehörte außerdem eine deutliche Abkehr von hoch verarbeiteten Lebensmitteln.
Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, natürliche Fette und andere möglichst unverarbeitete Lebensmittel bilden die Grundlage.
Damit war LCHF von Anfang an mehr als die bloße Verteilung dreier Makronährstoffe.
Genau daraus leiten sich die drei Regeln ab, die du auf LCHF.de immer wieder findest:
Diese Grundidee ist bis heute erstaunlich unkompliziert.
Nicht jeder Mensch erlebt dieselben Veränderungen, und nicht alles verändert sich sofort. LCHF ist kein Zaubertrick.
Es ist eine Ernährungsweise, die dem Stoffwechsel andere Voraussetzungen bietet als eine Kost, die ständig Zucker, Stärke und hoch verarbeitete Produkte liefert.
Auch Menschen, die nicht abnehmen möchten, können LCHF leben. Die Menge der Nahrung und der Anteil der verschiedenen Lebensmittel lassen sich an den persönlichen Bedarf, die körperliche Aktivität und die eigenen Ziele anpassen.
Gerade darüber wurde und wird viel diskutiert. In der frühen schwedischen LCHF-Szene wurden später auch konkretere Bereiche beschrieben. Eine häufig zitierte Einteilung unterschied ungefähr zwischen:
Dabei wurden unter anderem Größenordnungen von etwa 10, 25-30 und maximal ungefähr 50 Gramm Kohlenhydraten pro Tag verwendet.
Diese Zahlen sind hilfreich, um die damalige Vorstellung von LCHF zu verstehen. Sie sind aber keine biologische Grenze, an der der Körper plötzlich entscheidet: Bis hierhin ist es LCHF und ab dem nächsten Gramm nicht mehr. Denn: Menschen unterscheiden sich.
Für eine ketogene Ernährung benötigen viele deutlich weniger Kohlenhydrate als andere. Wer metabolisch gesund und körperlich aktiv ist, kann möglicherweise etwas mehr vertragen. Und nicht jeder Mensch, der LCHF lebt, muss dauerhaft in Ketose sein.
Die Zahlen geben also Orientierung. Entscheidend bleibt die grundsätzliche Ernährungsweise.
Heute wird „Low Carb“ für sehr unterschiedliche Ernährungsweisen verwendet. Jemand kann weniger Kohlenhydrate essen und trotzdem große Mengen hoch verarbeiteter Lebensmittel, Proteinriegel, Ersatzbrot und Fertigprodukte verwenden.
Das kann kohlenhydratarm sein. Es entspricht aber nicht automatisch dem, was auf LCHF.de unter LCHF verstanden wird.
Hier geht es weiterhin um die ursprüngliche schwedische Grundidee: wenig Zucker und Stärke, ausreichend Eiweiß, natürliche Fette und möglichst echte Lebensmittel.
Dabei kann LCHF unterschiedlich streng gelebt werden. Eine moderate Variante muss nicht ketogen sein. Strenges LCHF führt hingegen problemlos in die Ketose.
Die Grundidee darf bleiben, ohne dass wir so tun müssen, als hätte sich unser Wissen seit 2006 ansonsten nicht weiterentwickelt. Ernährungswissenschaft, Stoffwechselforschung und unsere praktische Erfahrung entwickeln sich auf jeden Fall weiter. Auch innerhalb der Low-Carb- und Keto-Welt haben wir viel dazugelernt.
Deshalb halte ich nichts davon, jede Aussage aus den Anfangsjahren wie ein unveränderliches Gesetz zu behandeln. Aber genauso wenig sehe ich einen Grund, aus LCHF etwas völlig anderes zu machen, nur weil sich der Begriff inzwischen gut vermarkten lässt.
LCHF hat drei Regeln – und mehr braucht es nicht.
LCHF.de gibt es seit 2009.
Die Seite ist über all die Jahre gewachsen, und natürlich hat sich auch meine eigene Sicht auf einzelne Details verändert. Was aber geblieben ist, ist die Verbindung zum ursprünglichen schwedischen LCHF.
Deshalb findest du hier keine Definition, bei der plötzlich Brot, Getreide oder eine bunte Sammlung industrieller „Keto-Produkte“ zu LCHF erklärt werden, nur weil die Kohlenhydrate irgendwie niedrig gerechnet wurden.
LCHF darf sich weiterentwickeln. Aber die Grundidee muss dabei nicht verloren gehen.
LCHF.de ist von Anfang an eng mit der schwedischen LCHF-Bewegung verbunden. Deshalb finde ich es wichtig, auch festzuhalten, woher der Begriff stammt. Nicht, weil eine Ernährungsweise dadurch automatisch richtig oder falsch wird, sondern weil Begriffe eine Geschichte haben.
Und die Geschichte von LCHF begann eben nicht in einer Marketingabteilung. Sie begann mit einigen Menschen in Schweden, die gemeinsam darüber diskutierten, wie sie ihre Art zu essen eigentlich nennen sollten.
Am Ende wurden daraus vier Buchstaben: LCHF.
Die Entstehung des Begriffs hat Annika Dahlqvist später selbst in einem Beitrag auf ihrem Blog beschrieben. Dort kannst du ihre Darstellung im schwedischen Original nachlesen.
Link: Annika Dahlqvist – „Hur LCHF-begreppet etablerades i Sverige“
In meinem persönlichen Kurs Back to Basics lernst du Schritt für Schritt, wie du ketogenes LCHF sicher in deinen Alltag integrierst. Ohne ständiges Abwiegen und Tracken, aber mit klarer Struktur und persönlicher Begleitung.
Lerne die drei einfachen Grundregeln von Low Carb High Fat kennen und erfahre, was diese Ernährungsweise ausmacht.
Welche Lebensmittel gehören auf den Teller, welche verwendest du besser nur maßvoll und worauf solltest du verzichten?
Entdecke sättigende Gerichte aus natürlichen Lebensmitteln und finde Ideen für deinen LCHF-Alltag.
Erfahre, wie der Körper Ketonkörper bildet und warum Ketose ein natürlicher Stoffwechselzustand ist.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen