Dani geht ihren Weg

Manchmal begegnen mir Menschen, bei denen auf den ersten Blick klar wird, dass ihr Weg hin zu einem leichteren Körper und mehr Gesundheit alles andere als ein kurzfristiger Spaziergang wird – eine davon ist Dani!

Vor über einem Jahr kamen wir in Kontakt und sind es bis heute mit Begeisterung. Das war damals rund um ihren LCHF Startschuss zu einer echten Erfolgsgeschichte! Denn Dani machte sich auf ihren langen Weg und geht ihn seitdem fast unbeirrt Schritt für Schritt, auch wenn es zwischendrin einen kleinen Umweg gab.

Als ich im Januar 2016 mein LCHF plus Seminar in Berlin hielt, war sie mit dabei. Das war ein hochemotionaler Tag, es floss so manche Träne. Dani ist ein sehr warmer und gefühlsbetonter Mensch und ich schätze sie sehr. <3

Wie konnte es so weit kommen, Dani?

Das habe ich sie irgendwann gefragt und ihre Antwort hat mich nicht verwundert, spiegelt sie doch die Lebensgeschichte vieler wieder, die ähnliche Probleme mit dem Gewicht haben.

Von Kindesbeinen an war Dani dick und ihr Leben leider geprägt durch Hänseleien, und das nicht nur in der Schule. Hinzu kamen persönliche, familiäre Schicksalsschläge, die sie mit voller Wucht trafen.

Sie kompensierte diesen Schmerz mit immer mehr Nahrung, vor allem immer mehr Kohlenhydraten. Dani litt unter ständigem Hunger, das Sättigungsgefühl ging vollständig verloren. So nahm sie mit den Jahren konstant zu und litt immer mehr unter ihrem Gewicht – körperlich und seelisch.

Dani vorher mit 230 kg

Warum hat sie denn nicht einfach abgenommen?

Natürlich hat sie es versucht – und wie so viele von uns (mich eingeschlossen) kaum eine Diät ausgelassen. Sie wurde zudem in Kur geschickt und besuchte Abnehmkurse. Es gelang ihr einmal, mit dem berühmten Zählen von Punkten 15 kg abzunehmen. Aber alle Versuche waren im Endeffekt nur von kurzfristigem Erfolg gekrönt und der Yo-Yo-Effekt war ihr ständiger Begleiter.

Ein (ge)wichtiger Schritt auf die Waage

Dani wurde schwanger und war überglücklich!

Trotz ihres enormen Gewichts verlief die Schwangerschaft weitestgehend ohne Komplikationen. Allerdings wurde in der 30. Woche eine Schwangerschaftsdiabetes festgestellt. Dennoch war ihre Tochter, die per Kaiserschnitt zur Welt geholt werden musste, kerngesund.

Aber es gab einen ganz anderen Schockmoment für Dani!

Dani erzählt:

„Kurz vor der Geburt meiner Tochter erfuhr ich im Krankenhaus auf einer speziellen Waage, was mein derzeitiges Gewicht war. Ich erschrak und bekam einen nachhaltigen Schock. Mein Gewicht auf dieser Waage: 220 kg!

Meine Tochter wurde geboren, in den nächsten Monaten hatte ich keinen Appetit. Ich habe kaum gegessen.“

220 kg – Welten entfernt von geringfügigem Übergewicht!

Dieser erkenntnisreiche Schock saß so tief, dass sie innerhalb eines Jahres 42 kg abnahm. Irgendwann war sie auf diese Weise bei 178 kg angekommen.

Aber das Gewicht stockte an dieser Stelle mit den üblichen Diäten, ging sogar wieder hoch – und auf der Suche nach einer geeigneten Lösung versuchte sie sich an diversen Möglichkeiten aus der Rubrik Low Carb.

Mit dabei Schlank im Schlaf, Atkins und die ketogene Diät, mit der sie zwar 15 kg abnahm, bei der ihr jedoch das Gemüse zu sehr fehlte.

Bei einer weiteren Version ging es darum, pro Mahlzeit maximal eine Essensmenge von 300 g pro Mahlzeit zu essen, wobei morgens alles an Kohlenhydraten erlaubt war, es mittags ruhig auch einmal Fastfood sein durfte und lediglich abends wirklich kohlenhydratarm gegessen werden sollte. Fazit: Die 15 kg, die sie mit der ketogenen Diät abgenommen hatten, kehrten eilig zu ihr zurück!

Höchst holprig und mit vielen Entbehrungen war sie dann doch irgendwann bei 168,5 kg angekommen, was ja nun schon eine grandiose Leistung ist, dennoch war sie mit ihrer Ernährung damals nicht glücklich.

Mit dem Blog kam LCHF ins Spiel

Dani erzählt:

„Und dann am 28.08.2015 googelte ich nach Low Carb andere Möglichkeiten und entdeckte auf Umwegen den Blog von Annika alias Sudda. Ich las mich ein, probierte einige ihrer Rezepte und gewöhnte mich an die fettreiche Ernährung nach LCHF. Endlich glaubte ich an die Chance, satt zu werden und dennoch abzunehmen!“

In der ersten Zeit erhielt sie viel Unterstützung von Martina Rosati, der Besitzerin des Restaurants Martinello in Berlin – das damals eigens eine LCHF Speisekarte hatte (dort haben wir uns dann auch persönlich das erste Mal getroffen). Martina war immer für sie da, hat sie motiviert und manchmal auch ein wenig liebevoll ermahnt, denn in den ersten 3 Monaten gab es noch diverse Ausrutscher bzw. Komplikationen.

Startschwierigkeiten mit LCHF

Der Anfang mit LCHF fällt nicht allen leicht. Es gibt mittlerweile sehr viele unterschiedliche Informationen zu unserer Ernährung. Dani entdeckte mit den modifizierten Süßspeisen und Gebäcken ein vermeintliches Paradies, experimentierte damit und der Heißhunger kehrte zurück. Das passiert nicht nur ihr – das passiert einigen.

Wer träumt nicht davon, auf nichts verzichten müssen? „Dusch mich, aber mach mich nicht nass!“ – nannte das jemand treffend.

Gerade bei einem Problem mit süßem Geschmack empfiehlt es sich, beim Umstieg auf LCHF einen konsequenten Strich zu ziehen. Leider sind es nicht selten gerade diese Menschen, die das Problem darin gar nicht erkennen können oder wollen, da das „süchtige“ Gehirn die Situation vielleicht schönredet. Das ist übrigens einer der Gründe, weswegen ich Nachbauten mit Kunstzucker ablehne und entsprechende Rezepte auf LCHF.de nicht veröffentliche.

Dani erzählt:

„Ich ließ dann die künstlichen Zuckerstoffe weg und schaffte es, 5 Monate ohne  auszukommen. In einem schwachen Moment kaufte ich mir jedoch wieder Erythrit und verwendete es. Ich spürte zwar, dass ich immer mehr Jieper auf Süßes bekam, aber ich fühlte mich nicht in der Lage, dagegen anzugehen. Ich nahm es zu mir, kombiniert mit viel zu viel Milchprodukten. Das führte dazu, dass ich immer essen wollte. Und auch wenn es sich ansonsten um LCHF handelte, wurde ich infolge der viel zu großen Mengen täglich rund 400 g schwerer! Ich war verzweifelt, wollte es jedoch nicht wahrhaben, dass der süße künstliche Mist mich triggerte.“

Eine alarmierende Whatsapp

Eigentlich genoss ich gerade meinen Feierabend auf dem heimischen Sofa, als mich eine alarmierende Whatsapp von Dani erreichte.

„Ich bin so süchtig nach Essen, esse die ganze Zeit. Mein Hunger ist stärker als ich. Hilf mir, ich nehme nur noch zu!“ – lauteten ihre Botschaften zusammengefasst.

Dani erzählt:

„Ich wandte mich an Annika, schrieb ihr meinen Kummer. Sie bot mir an, mich dabei zu unterstützen, es 4 Wochen auszuprobieren, ohne Nachbauten, ohne diese riesigen Mengen an Milchprodukten, ohne Süße. Aber auch ohne Abwiegen der Nahrung und Kontrolle über das Ernährungstagebuch, das damals mein ständiger Begleiter war. Das fiel mir besonders schwer, schließlich hatte mich die Kontrolle über so viele Monate begleitet. 

Ich probierte es und sah in den ersten Tagen schon, wie gut es mir damit ging. Ich hatte keine Schwierigkeiten, keinen Heißhunger. Meine Mengen normalisierten sich, das Eiweiß und das Fett bekamen mengenmäßig einen normalen Touch. Und das Beste war dann doch der Abschied vom Tracken und dem ständigen Abwiegen der Lebensmittel. Also blieb ich dabei.

Und: Ich nehme seitdem konstant ab!“

Der Weg mag noch weit sein, aber die Richtung steht fest!

Seit dem 28.08.2015 hat Dani bereits 36,6 kg mit Low Carb High Fat, oder eben LCHF, abgenommen. Also etwas mehr als unglaubliche 146 Butterpakete. Interessierte mögen sich diese Menge einmal im Supermarkt in den Einkaufswagen packen und diesen Berg bestaunen – sofern der Supermarkt überhaupt Butter in diesen Mengen vorrätig hat.

Erfolge mit LCHF Dani geht ihren Weg nachher (500 × 1000 px)

Wichtige Zusatzinfo, weil eher ungewöhnlich

Dani hat unglaubliches Glück gehabt! Trotz ihres massiven Übergewichts ist sie gesund, es gibt keine Schäden an den Knien oder dem Rücken. Auch eine befürchtete Insulinresistenz oder gar ein unentdeckter Diabetes liegen nicht vor – das wurde erst vor kurzem gründlich ärztlich untersucht. Darüber sind wir sehr froh.

Beides verinnerlichen wir immer wieder, denn es hilft, optimistischen Schrittes voran zu schreiten. Ich bin sehr stolz darauf, Dani auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, und freue mich gemeinsam mit ihr auf so manches neue Abenteuer des Lebens.

Stichpunkte:

sehr starkes Übergewicht (Adipositas permagna bzw. Adipositas Grad 3), Binge-Eating, emotionales Essen

Seitenbild ERfolge mit LCHF

Lasst uns die Erfolge feiern, wie sie fallen – ausgiebig und mit viel Glitter. Wenn dir deine Verbesserung und dein Fortschritt viel bedeutet, dann ist das immer eine Fanfare wert, die nicht laut genug sein kann. Genieß das!

Wichtig: Wenn dir manche Namen etwas merkwürdig vorkommen, dann dürfte es daran liegen, dass in den Texten die Namen verwendet wurden, die diese Menschen auch im Forum verwenden. Da kann man sich nämlich selbst ausdenken, wie man heißen möchte. Da sie gleichzeitig zumindest etwas Privatsphäre behalten möchten, bot sich die Verwendung dieses Kunstnamens für die Erfolgsgeschichten an.

Ich bin jedenfalls mittendrin und voll dabei und darum feier ich diese Erfolge mit LCHF mit größter Begeisterung. Lies dich da mal ein, das ist wirklich atemberaubend:

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