Was ist Diabetes?

Diabetes ist eine der Erkrankungen, bei der die Patienten einen auffällig großen Vorteil aus einer konsequenten Ernährung mit LCHF ziehen können. In diesem Artikel wird zunächst einiges zum Diabetes an sich erklärt, im weiteren Verlauf aber auch auf die möglichen Veränderungen durch eine kohlenhydratarme Ernährung eingegangen.

Eine Epidemie auf dem Vormarsch

Vor rund 10 Jahren war in der Altersgruppe der 18- bis 79-jährigen bei insgesamt 3,3 Millionen Menschen jemals ein Diabetes festgestellt worden. Im Jahr 2013 waren es bereits 4,6 Millionen Menschen der gleichen Altersgruppe. Leider ist es eine traurige Tatsache, dass ein Diabetes im Schnitt 5-10 Jahre unerkannt bleibt, da sich zunächst keine deutlichen Symptome abzeichnen.

Jährlich sollen mittlerweile auch rund 200 Kinder in Deutschland an Typ-2-Diabetes erkranken, aber es geht anscheinend noch schlimmer: In den USA sollen sogar rund ein Viertel der Jugendlichen Diabetes oder eine Vorstufe davon haben. Die Ursache wird vermutlich sein, dass heutzutage immer mehr Kindern übergewichtig sind und dieser Trend zum Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen in den USA noch deutlicher zu beobachten ist. Es bleibt leider zu befürchten, dass Deutschland mit der Zeit dem amerikanischen „Vorbild“ folgen wird.

Beitragsbild Was ist Diabetes Spruchbild

Diabetes mellitus – was ist das?

Bei Diabetes mellitus, im Alltagsgebrauch meist schlicht Diabetes oder auch Zuckerkrankheit genannt, handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung. Die beiden geläufigsten Formen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes. Während einer Schwangerschaft kann ein sogenannter Schwangerschaftsdiabetes (Gestatitionsdiabetes) auftreten und es gibt darüber hinaus noch zahlreiche weitere, aber seltenere Diabetesformen.

Der Begriff „Zuckerkrankheit“ ist übrigens darauf zurückzuführen, dass der Urin bei unbehandelten Diabetikern Zucker enthält und dadurch süßlich schmeckt. Das war früher eine von Ärzten durchaus genutzte Möglichkeit, um diese Erkrankung zu diagnostizieren! Gleichzeitig ist die Tatsache, dass der Urin süßlich schmeckt auch namensgebend für den Begriff „Diabetes mellitus“, denn übersetzt bedeutet es so viel wie „honigsüßer Durchfluss“ und ist eine Kombination aus dem altgriechischem Wort „διαβαίνειν“ (diabainein), was so viel bedeutet wie „hindurchgehen“ oder „hindurchfließen“, und dem lateinischen Wort „mellitus“, das sich mit „honigsüß“ übersetzen lässt.

Wo kommt der Zucker im Blut überhaupt her?

Der Zucker im Blut kommt in erster Linie aus dem Essen, das wir zu uns nehmen. Gewisse Teile der Nahrung spalten sich im Verdauungsprozess in unterschiedliche Zuckerarten auf. Das betrifft vornehmlich die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate. Das betrifft aber auch stärkehaltige Lebensmittel (z.B. Brot, Reis, Kartoffeln, Nudeln, etc., die ja eigentlich zunächst gar nicht süß schmecken) – die Stärke wird zu Zucker (Glukose) umgewandelt. Wenn diese Glukose in den Blutkreislauf gerät, spricht man von Blutzucker. Je mehr Kohlenhydrate in einer Mahlzeit enthalten sind, desto mehr Zucker (Glukose) geht in das Blut über. Je mehr Zucker in das Blut abgegeben wird, desto höher würde der Blutzuckerspiegel ansteigen, wäre der Körper eines Stoffwechselgesunden (in Bezug auf das Blutzuckermanagement) nicht in der Lage, den Blutzuckerspiegel perfekt zu regulieren. In dem Fall muss der Körper jedenfalls sehr viel Glukose „verarbeiten“.

Viele haben allerdings keinen ganz gesunden Stoffwechsel mehr und das sind nicht nur die Diabetiker (inklusive der bereits angesprochenen vermutlich hohen Dunkelziffer der noch nicht erkannten Diabetes-Erkrankungen), sondern auch z.B. diejenigen, die bereits von Prädiabetes bzw. Insulinresistenz betroffen sind. Vermutlich liegt die Zahl derjenigen, deren Stoffwechsel in Bezug auf die Blutzuckerregulierung nicht mehr einwandfrei funktioniert, sehr hoch.

Blutzuckerstoffwechsel im gesunden Körper

Bei einer Diabeteserkrankung ist der Blutzuckerstoffwechsel gestört – je nach Form des Diabetes in unterschiedlicher Art und Weise. Aber sehen wir uns zunächst einmal an, was in einem gesunden Körper normalerweise geschieht, wenn wir Nahrung zu uns nehmen.

Wir nehmen Nahrung zu uns und je nach Zusammensetzung (Protein, Kohlenhydrate und Fett) beginnt der Blutzuckerspiegel mehr oder weniger anzusteigen. Ein anderer Begriff für Blutzucker ist Glukose.

Durch den Anstieg des Zuckerspiegels im Blut, wird in den „Langerhannsschen Inselzellen“, die in der Bauchspeicheldrüse liegen, Insulin produziert und daraufhin in das Blut abgegeben, da der Körper bestrebt ist, den Blutzuckerspiegel wieder auf ein normales Niveau zu bewegen.

Das Insulin sorgt im Blut dafür, dass der Blutzucker sowohl in die Leber, aber auch in Körperzellen der Nieren, des Gehirns und der Muskelzellen transportiert und dort wahlweise gespeichert oder aber direkt in Energie umgewandelt wird. Dadurch, dass das Insulin den Blutzucker aus der Blutbahn in die Zellen schleust, sinkt der Blutzuckerspiegel ab. Das führt nach einer Weile dazu, dass der Körper völlig natürlich erneut „Hunger“ signalisiert.

Gleichzeitig wird bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel in der Bauchspeicheldrüse wiederum der „Gegenspieler“ des Insulins produziert, das Glukagon. Auch das Glukagon findet seinen Weg in die Blutbahn und sorgt dafür, dass der weitere Abbau des Blutzuckerspiegels umgehend unterbunden und der Leber signalisiert wird, aus dem zuvor angelegten Glukosevorrat Glukose zurück an das Blut zu geben. Das führt nun dazu, dass der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt.

Man sieht also: Der nicht an Diabetes erkrankte Körper ist in der Lage, unseren Blutzuckerspiegel in genau austarierte Bahnen zu lenken. Mit der nächsten Nahrungsaufnahme beginnt dieser Vorgang somit natürlich wieder von vorne. Bei Diabetikern ist dieser Vorgang gestört. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen und somit unterschiedliche Formen.

Gesundheitliche Konsequenzen eines unbehandelten Diabetes

Diabetes kann eine Vielzahl von Folgekrankheiten nach sich ziehen, denn der erhöhte Blutzuckerspiegel kann die Blutgefäße, Nerven und Organe schädigen. Das gilt besonders, wenn die Stoffwechsellage über einen langen Zeitraum schlecht eingestellt war. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist erhöht, sicherlich erst recht, wenn durch das Vorliegen eines metabolischen Syndroms auch Bluthochdruck und schlechte Blutfettwerte vorliegen.

Darüber hinaus betroffen sind häufig die Nieren, die Augen und durch das sogenannte diabetische Fußsyndrom kann es zu Schäden an den Füßen und Beinen kommen. Weitere mögliche gesundheitliche Konsequenzen reichen von der Schultersteife bzw. „Frozen Shoulder“, Mund- und Zahnfleischproblemen, Fettleber, Hörstörungen bis hin zur Krebserkrankung.

Empfehlenswerte Literatur

„Dr. Bernstein’s Diabetes Solution“ (Little, Brown and Company; Auflage: 4 Rev ed. vom 1. November 2011 – ISBN 978-0316182690 ) – Das vermutlich beste Buch zum Thema Diabetes (Typ 1 und 2) und kohlenhydratreduzierte Ernährung, auf Englisch geschrieben.

Dr. Bernstein erkrankte vor 62 Jahren an Diabetes Typ 1. Er gehört zu den ersten, die für die genaue Selbstkontrolle des Blutzuckers propagierten, etwas das heute als eine Selbstverständlichkeit angesehen wird. Sein Buch ist perfekt für diejenigen, die so viel wie möglich darüber wissen wollen, wie man seinen Blutzucker mit kohlenhydratreduzierter Kost kontrollieren kann und vieles mehr.

Quellen

http://www.diabetes-ratgeber.net/Diabetes/Altersdiabetes-50344.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Diabetes_mellitus

„Prävalenz und zeitliche Entwicklung des bekannten Diabetes mellitus – Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1)“ 2013

LCHF für deine Gesundheit 800 800

In jedem von uns steckt das starke Potenzial, die eigene Gesundheit und körperliche Situation besser zu machen – und seien die Schritte noch so klein und langsam. Für manches brauchst du vielleicht medizinische Hilfestellung, aber vieles liegt allein in deiner Hand. Die Ernährung ist dabei viel wesentlicher als du dir vielleicht vorstellen kannst.

Aber es geht nicht nur um das Körperliche, für echte Gesundheit musst du auch die emotionalen und sozialen Aspekte mit ins Boot holen. So ein rundum gesunder Lebensstil (auf all diesen Ebenen) wird dafür sorgen, dass du dich schon bald besser fühlen wirst als vielleicht genau jetzt in diesem Moment.

Übernimm Verantwortung für deine Gesundheit, nutze, was du selbst tun kannst, aber nimm gleichzeitig vernünftig die Hilfe an, die du individuell brauchst. Sei dein eigener Gesundheitskoordinator. 

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