Juli: Mit LCHF raus aus dem ständigen Hungern

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der Essen vor allem eines bedeutete: möglichst wenig davon. Während der Vorbereitung auf mein Examen lernte ich viel, jobbte nebenher und kümmerte mich täglich mehrere Stunden um mein Pflegepferd. Für richtiges Essen blieb kaum Zeit.

Meine „Nahrungsaufnahme“ bestand häufig aus Kleinigkeiten zwischen den Terminen: Light-Joghurt, Apfel, kleiner Salat und etwas Vollkornbrot mit magerer Putenbrust. Natürlich alles möglichst fettarm. Schließlich hatte ich gelernt, dass genau das gut für Figur und Gesundheit sei.

Und dann nahm ich zu

Nach meinem Examen und mit dem Einstieg ins Berufsleben änderte sich mein Alltag.

Ich hatte weiterhin wenig Zeit, aber mehr Geld und damit auch mehr Möglichkeiten, bequem unterwegs zu essen. Morgens gab es ein belegtes Brötchen vom Bäcker, mittags Kantine, nachmittags vielleicht ein Stück Kuchen zur „Nervenstärkung“. Und abends kam ich nach der Arbeit erstaunlich häufig am Döner-Spieß oder Nudelbuffet vorbei.

Dann begann ich zuzunehmen.

Für mich war das damals eine Katastrophe. Ich hatte immer ungefähr 55 Kilo gewogen – und plötzlich zeigte die Waage eine 60 vor dem Komma.

Also tat ich das, was mir logisch erschien: Ich aß wieder weniger. Viel weniger.

Erfolge mit LCHF Juli Hungerstoffwechsel (800 × 800 px)

Weniger essen, mehr Sport – und immer hungriger werden

Mein Speiseplan bestand bald hauptsächlich aus Magerquark, Magerjoghurt, viel Obst, Rohkost, Gemüsesuppen und Geflügelbrust. Mittags gab es manchmal nur Wassermelone. Hähnchen wurde selbstverständlich ohne Fett gebraten und der Salat ohne Dressing gegessen.

Als das nicht den gewünschten Erfolg brachte, meldete ich mich zusätzlich im Fitnessstudio an und begann, akribisch Kalorien zu zählen. Dabei stellte ich für mich fest, dass mein Gewicht nur dann sank, wenn ich deutlich unter 1.200 kcal am Tag blieb.

Irgendwann hatte ich mein früheres Gewicht tatsächlich wieder erreicht. Der Preis dafür war allerdings hoch.

Ich war ständig hungrig, erschöpft und beschäftigte mich permanent mit Essen.

Um mein Gewicht zu halten, lebte ich schließlich auf einem freudlosen 1.200-kcal-Tag und probierte eine Ernährungsform nach der nächsten aus. Mein Bücherregal füllte sich mit Low-Fat-, veganen und anderen Diätratgebern.

Nur mein Hunger blieb.

Was wir heute über den „Hungerstoffwechsel“ wissen

Unser Körper reagiert tatsächlich auf länger anhaltende Energierestriktion und Gewichtsverlust. Ein leichterer Körper benötigt weniger Energie, und zusätzlich kann es zu einer metabolischen Anpassung kommen: Der Energieverbrauch sinkt etwas stärker, als allein aufgrund des verlorenen Gewichts zu erwarten wäre. Auch Veränderungen von Hunger, Bewegung und verschiedenen hormonellen Signalen können eine Rolle spielen.

Das ist jedoch kein plötzlich einsetzendes Notfallprogramm und es gibt keine feste Kaloriengrenze, ab der der Körper gewissermaßen auf „Hungerstoffwechsel“ umschaltet.

Meine damalige Erfahrung war trotzdem real: Ich hatte mich über lange Zeit sehr stark eingeschränkt, war permanent hungrig und hatte das Gefühl, immer weniger essen zu müssen, um mein Gewicht kontrollieren zu können.

Und genau da musste ich raus!

Dann entdeckte ich LCHF

Mit LCHF veränderte sich für mich vor allem eines: Ich konnte wieder essen und satt sein. Statt ständig fettarme Lebensmittel zu wählen und möglichst viele Kalorien einzusparen, begann ich, richtige LCHF-Mahlzeiten zu essen.

Gleichzeitig hatte ich große Angst davor, einfach deutlich mehr zu essen. Zu fest saß die Vorstellung in meinem Kopf, sofort wieder zuzunehmen. Also ging ich schrittweise vor.

Ich berechnete damals meinen geschätzten Energiebedarf und wechselte zunächst zwischen Tagen mit weniger Energie und Tagen, an denen ich bewusst ungefähr meinen Gesamtbedarf aß.

Anfangs waren es drei niedrigere Tage und anschließend ein höherer Tag. Später reduzierte ich das auf einen 2:1-Rhythmus.

Das war mein persönlicher Weg und keine notwendige LCHF-Methode. Vor allem half er mir dabei, die Angst vor größeren Portionen und mehr Energie langsam abzubauen.

Wieder satt sein

Die Tage mit mehr Essen fielen mir überhaupt nicht schwer. Im Gegenteil. Ich war glücklich, endlich einmal satt zu sein und nicht ständig gegen Hunger ankämpfen zu müssen.

Natürlich gab es Momente, in denen ich abends im Bett lag und Sorge hatte, wieder zuzunehmen. Zeitweise zeigte die Waage tatsächlich etwa zwei Kilo mehr.

Aber ich wusste auch: Ich wollte mein altes Leben nicht zurück.

Die Aussicht, die nächsten Jahrzehnte zu hungern und lustlos in einem Salat ohne Dressing herumzustochern, war wesentlich abschreckender als die Zahl auf der Waage.

Also machte ich weiter.

Die Mühe hat sich gelohnt

Nach einigen Monaten stellte ich fest, dass ich mein Gewicht auch mit deutlich mehr Essen halten konnte.

Aus den früheren weniger als 1.200 kcal waren schließlich durchschnittlich etwa 1.800 bis 1.900 kcal geworden, ohne dass mein Gewicht dabei dauerhaft anstieg.

Für mich persönlich war aber etwas anderes viel entscheidender: Ich hatte aufgehört, mein Leben rund um Hunger und möglichst wenig Essen zu organisieren.

Ich begann wieder regelmäßig Sport zu treiben, aß zufriedenstellende Mahlzeiten und hatte nicht mehr das Gefühl, mich jeden Tag selbst bekämpfen zu müssen.

Das neue Ess- und Lebensgefühl, das ich mit LCHF für mich entdeckt habe, war jeden einzelnen Schritt auf diesem Weg wert.

Seitenbild ERfolge mit LCHF

Lasst uns die Erfolge feiern, wie sie fallen – ausgiebig und mit viel Glitter. Wenn dir deine Verbesserung und dein Fortschritt viel bedeutet, dann ist das immer eine Fanfare wert, die nicht laut genug sein kann. Genieß das!

Wenn dir manche Namen merkwürdig vorkommen, dann dürfte es daran liegen, dass der Aliasname aus dem Forum verwendet wurde.

Wichtig: Erfolgsgeschichten beschreiben die persönliche Erfahrung der jeweiligen Person zum damaligen Zeitpunkt. Ergebnisse und Erfahrungen lassen sich nicht automatisch auf andere übertragen.

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