Umstellungsprobleme bei LCHF

Für die meisten LCHF-Einsteiger führt die damit verbundene Minimierung der täglichen Kohlenhydratmenge geradewegs in die Ketose (auch Fettstoffwechsel genannt). Daran muss der Körper sich erst einmal gewöhnen, daher kann es am Anfang durchaus zum Umstellungsproblemen kommen.

Manche Personen merken bei der Umstellung überhaupt nichts, wenn sie die tägliche Menge an Kohlenhydrate minimieren, während andere mehr oder minder starke Probleme durchleben. Das ist eine sehr individuelle Sache, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass gerade diejenigen, die ganz schwer die Finger von Süßigkeiten lassen können, besonders intensiv damit zu kämpfen haben.

Die eindeutig gute Nachricht zu den Umstellungsbeschwerden: Das geht vorbei! Nur Mut, alles wird gut.

Frau macht Hürdenlauf Umstellungsprobleme bei LCHF

Typische Umstellungsbeschwerden

  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Schwäche
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Blutdruckschwankungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Wärmegefühl bzw. verstärktes Schwitzen
  • fremdartiger („metallischer“) Geschmack im Mund
  • schlechter Atem etc.

Dies sind in der Regel normale Übergangsbeschwerden bei LCHF, in gewisser Weise sicherlich auch des „Zucker-Entzugs“.

Wie lange dauert dieser Hokuspokus?

Diese Umstellungsprobleme verschwinden meistens nach 3-4 Tagen wieder, es ist eher selten, wenn sie länger als 1 Woche andauern. Aber wie so oft im Leben: Es gibt immer Ausnahmen von der Regel.

Ab und an kommt es vor, dass die Beschwerden so stark sind, dass sie sich wie ein grippaler Infekt anfühlen – daher spricht man übrigens in diesem Zusammenhang von der „Keto-Grippe“ (oder „Atkins-Flu“ in Anlehnung an die Umstellungsbeschwerden bei der „Atkins-Diät“, die ja die ein oder andere Parallele zu LCHF aufweist). Natürlich kann es aber passieren, dass ein Infekt o.Ä. rein zufällig mit dem Wechsel auf LCHF zusammentrifft. Bitte geh daher achtsam mit dir und deiner Gesundheit um. Fieber ist z.B. keine unserer typischen Umstellungsbeschwerden, sondern eher für einen Infekt!

In seltenen Fällen kann es leider bis zu 2-3 Monate dauern, bis sich die gewohnte Ausdauer beim Sport wieder zurückmeldet. So lange fühlt es sich dann etwas zäher an, die Muskeln sind schneller am Limit und es kann sein, dass es etwas länger dauert, bis du dich nach einer Trainingseinheit wieder vollständig regeneriert hast. Lass dir dann die Zeit, sei fair! Immerhin wird es irgendwann besser und viele berichten davon, dass sich die körperliche Leistungsfähigkeit anschließend sogar stark verbessert hat.

Tipps bei Umstellungsbeschwerden

Manche sitzen die Umstellungsbeschwerden einfach aus und verlassen sich darauf, dass sie nach ein paar Tagen eben wieder von selbst verschwinden. Ich möchte euch aber den ein oder anderen Tipp geben, die vielleicht ein wenig Linderung verschaffen können.

Grippeähnliche Symptome & Kreislaufschwankungen

Sollten Umstellungsprobleme, wie z.B. Kopfschmerz, Schwindel, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, etc., auftreten, wird das in den meisten Fällen daran liegen, dass in der ersten Woche einiges an Flüssigkeit ausgeschieden wird. Unser Kohlenhydratreservoir im Körper wird schlicht aufgebraucht und mit jedem Gramm, das du daraus verlierst, verabschieden sich gleichzeitig rund 4 g Wasser. In Summe geht damit (je nach Muskelmasse) ein Gewichtsverlust von bis zu 2,5 kg einher!

In der Körperflüssigkeit sind Salze enthalten, die werden bei der Gelegenheit natürlich ebenfalls ausgeschwemmt. Daher kann es vorübergehend zu einem Salzmangel kommen. Der Salzmangel wiederum kann zu den besagten Umstellungsbeschwerden führen. Da kann es sehr hilfreich sein, immer wieder zwischendurch eine Tasse Brühe zu trinken und den Salzstreuer generell bei der Zubereitung der Mahlzeiten ein wenig großzügiger einzusetzen.

Wichtig: Bitte bei starken grippeähnlichen Symptomen zwischendurch Fieber messen, denn wenn du Fieber hast, hat das nichts mit Umstellungsbeschwerden zu tun – dann ist das ein Infekt!

Verstopfung, Durchfall & Gallenbeschwerden

Bei Verstopfung solltest du die Flüssigkeitszufuhr erhöhen und für ausreichend Bewegung sorgen. Auch Flohsamenschalen (bitte mindestens zwei Gläser Wasser direkt dazu trinken), ein Glas Sauerkrautsaft oder ein Teelöffel Kokosöl auf nüchternem Magen können weiterhelfen.

Durchfall kann damit zusammenhängen, dass die Gallenproduktion eine Weile braucht, um in Schwung zu kommen. Hier kann eine Tasse grüner Tee direkt im Anschluss an die Mahlzeit und generell der Verzehr von etwas Bitterem wie Radicchio, Chicorée oder Endivie sowie die Verwendung von Gewürzen wie Beifuß weiterhelfen.

Wenn es rechts oben im Bauch unter dem Rippenbogen drückt oder schmerzt, kann es sein, dass die Gallenblase ein wenig Probleme macht. Unter Umständen hat man bestehende Gallensteine oder Gallengrieß, die jetzt mit dem Mehr an Fett und der erhöhten Gallenproduktion in Wallung und Bewegung geraten. Als erste Maßnahme bitte die Fettmenge reduzieren. 

Bei starken Schmerzen im Bereich der Gallenblase solltest du sofort einen Arzt aufsuchen!

Generell möchte ich zu dieser Thematik folgende Texte empfehlen:

Reizbarkeit & schlechte Laune

Das ist wohl die Umstellungsbeschwerde, die mich persönlich damals am härtesten getroffen hat, dagegen waren die Kopfschmerzen ein Klacks! In den ersten zwei Wochen habe ich so ziemlich alles und jeden „zusammengefaltet“, was oder der mir in die Quere gekommen ist.

In mir braute sich so ein ungewohnt intensives Gefühl zusammen, baute sich Spannung auf und die entlud ich dann regelmäßig auf mein Umfeld, weil ich nicht wusste, wie ich damit umgehen soll – es war so fremd. Mir war nur klar, dass es keine Option war, dieses Gefühl „aufzuessen“, denn abnehmen war ja mein Ziel.

Man kann sich denken, dass meine Umwelt dieses neuartige, unangenehme Spielchen mit mir nicht lange mitgemacht hat. Es gab quasi Echo. Und daher suchte ich mir ein anderes Ventil, ich begann zu walken, Sport zu machen, um die überschüssige Energie loszuwerden.

Mein Tipp daher: Zieh dir die Schuhe an und geh raus, wenn diese Symptome der Umstellung dich erwischen. Danach wird es dir direkt besser gehen.

Genereller Tipp: Sieh es positiv

Wenn dich die normalen Umstellungsbeschwerden erwischen, die nichts mit der Verdauung in irgendeiner Form zu tun haben, solltest du versuchen, es ein wenig positiv zu sehen. Schließlich zeigt es klar, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Ich wünsche dir von Herzen eine problemlose Umstellung!

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FAQ mit Schrift Frau mit Tomaten auf den Augen quadratisch

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